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Der Jojo-Effekt

Abnehmen ist schwer genug, aber das Gewicht zu halten, ist danach oft buchstäblich unmöglich. Das hat nichts mit einem schwachen Willen zu tun, sondern ist eine ganz logische Folge falschen Abnehmens. Das Phänomen ist so verbreitet, dass es einen eigenen Namen hat: Jojo-Effekt. Das Gewicht Abnehmwilliger geht erst runter, dann wieder hoch – und das immer wieder, wie bei einem Jojo. Mit der Folge, dass wir langfristig von Diäten eher zu- als abnehmen.

Der Jojo-Effekt hat zur Folge, dass ca. 85% aller Menschen nach einer Diät zuerst abnehmen, später aber mehr wiegen als vorher.

Es gibt eine ganz einfache Erklärung für den Jojo-Effekt – und eine Möglichkeit, ihn zu umgehen.

Unser Körper ‘funktioniert’ immer noch ähnlich wie in der Steinzeit: Er ist auf Überleben programmiert. Und das ist gut so; nur macht es das Abnehmen schwierig. Um zu Überleben, muss gewährleistet sein, dass unserem Körper Energie zur Verfügung steht. Auch wenn wir nichts tun, verbrauchen wir Energie, also legt unser Körper, wenn ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, Notreserven an. Fett ist ein besonders guter Energielieferant und für unseren Körper deshalb so wertvoll, dass er Depots davon anlegt. Das ist sozusagen der ‘Gute-Zeiten-Modus’, in der unser Körper sich für eventuelle Notzeiten vorbereitet: auf dann nämlich, wenn Nahrungsmangel herrschen sollte und er von genau diesen Reserven leben muss.

Unser Körper kann nicht zwischen ‘natürlichem’ Nahrungsmangel und ‘künstlich herbeigeführtem’ Nahrungsmangel unterscheiden. Meldet er ‘Nahrungsmangel’ – z. B. wenn zu wenig Aminosäuren im Blut vorhanden sind (was nicht nur bei Nahrungsmangel, sondern auch bei einer kohlehydratlastigen Ernährungsweise der Fall ist) – dann schaltet unser Körper auf ‘Notfallmodus’ um. Statt Fett zu speichern, speichert er jetzt den für unser Überleben wichtigsten Stoff: Wasser. Bei starkem Übergewicht können bis zu 75% davon aus Wassereinlagerungen bestehen! Wasser wird so lange gespeichert, wie die Aminosäurerezeptoren im Blut ‘Nährstoffmangel’ melden. Trotz Übergewicht und Überernährung sind wir also nach der Logik (und den Bedürfnissen) unseres Körpers mangelernährt. Gleichzeitig greift unser Körper auf die ‘Vorräte’ zurück, um seinen Nährstoffbedarf zu decken. In diesem Fall aber leider nicht auf die vorsorglich angelegten Fettdepots, sondern auf einen anderen, wertvollen Stoff: Aminosäuren. Da wir diese aber nicht speichern können, holt sich der Körper Aminosäuren buchstäblich aus unserer Substanz: Muskeln, Knochen, lebendes Zellgewebe.

Wenn wir abnehmen, baut der Körper erst einmal nicht Fett, sondern Muskeln ab. Damit beginnt der Jojo-Effekt.

Wenn wir nicht ausreichend Nährstoffe über unsere Nahrung zu uns nehmen geschehen also zwei Dinge, die den Jojo-Effekt hervorrufen:

1. Als erste Notfallmaßnahme wird Wasser eingelagert. Wasser trinken ist zwar gesund, aber dieses Wasser gelangt nicht in die Zellen, sondern wird um die Zellen herum (extrazellulär) zwischengelagert, wo es der Körper mehr belastet als unterstützt

2. Um den Nährstoffbedarf zu decken, wird wertvolles, stoffwechselaktives Gewebe abgebaut. Wir verlieren an Muskelmasse, während wir Wasser einlagern. Das hat zwei unerwünschte Folgen: Der Grundumsatz sinkt, d. h., wir verbrauchen weniger Energie und nehmen allein deshalb schon zu, wenn wir genausoviel essen wie vorher. Und statt straffen, festen Muskelgewebes erhalten wir schlafferes Gewebe mit Wassereinlagerungen, das unschön aussieht. Aminosäuremangel kann man deshalb Menschen oft schon auf den ersten Blick ansehen.

Genau das, was hier beschrieben wurde: Mangelernährung – Wassereinlagerungen – Verlust an Muskelmasse – Senkung des Grundumsatzes – geschieht bei fast jeder Diät. Und das zur Folge, was den Jojo-Effekt auslöst: Wenn wir nach einer Diät wieder dieselbe Kalorienmenge wie vorher zu uns nehmen, verbrauchen wir wegen der verlorenen Muskelmasse weniger und nehmen zu, auch wenn wir genauso viel essen wie vorher. Das hat nichts mit Disziplin, sondern mit Körperphysiologie zu tun. Der Grundumsatz bleibt noch Wochen nach einer Diät niedriger als vorher. Wenn wir aber essen, nach ‘Nahrungsmangel’ also wieder ein Nahrungsangebot vorhanden ist, reagiert unser Körper, indem er weitere Depots für den nächsten Notfall anlegt. Er baut dann nicht etwa die verlorengegangene Muskelmasse wieder auf, sondern Fettgewebe. Wieder mit unschönen kosmetischen Folgen.

Da wir bei einer Diät Muskelmasse verlieren, dann bedeutet das, dass wir entweder unser Leben lang hungern müssen, und zwar immer mehr, weil der Grundumsatz/ Energieverbrauch immer weiter sinkt und unser Körper sich an den verringerten Kalorienbedarf anpasst. Eine ausführliche und leicht verständliche Beschreibung dieser Vorgänge finden Sie im Vortrag von Prof. Dr. Lucà-Moretti.
Oder wir nehmen auf erheblich gesündere Weise ab, indem wir durch eine aminosäure- und nährstoffreiche Ernährung und zusätzliche Bewegung den Verlust der Muskelmasse verhindern und verhindern, dass der Körper in ‘Notfallmodus’ umschaltet. Dann ist eine dauerhafte Gewichtsabnahme ohne Jojo-Effekt möglich. Eine ausführliche Beschreibung eines solchen Ernährungsplans finden Sie hier.

Um den Jojo-Effekt zu vermeiden, müssen wir unsere Muskelmasse erhalten. D. h.: eiweißreiche Ernährung und Sport!

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