warning icon
YOUR BROWSER IS OUT OF DATE!

This website uses the latest web technologies so it requires an up-to-date, fast browser!
Please try Firefox or Chrome!

Die Verwertung von Aminosäuren

Es gibt so etwas wie einen ‚menschlichen Aminosäurecode’: eine ganz spezifische Kombination der 8 essentiellen Aminosäuren. Je ähnlicher ein Nahrungseiweiss diesem Code ist, desto besser kann unser Körper das Eiweiß verwerten. Denn nicht alles aufgenommene bzw. gegessene Eiweiss wird von unserem Körper verwertet. Ein Teil davon ist unverdaulich und wird wieder ausgeschieden. Aber auch der verdaubare Anteil kann nur zu einem Teil verwertet, d. h. als Baustein verwendet werden. Entscheidend ist nämlich die Menge eines Proteins, die unserem Körper letztlich als Baumaterial zur Verfügung steht. Jedes Nahrungsprotein wird dafür erst einmal in die einzelnen Aminosäurebausteine zerlegt; anschließend werden daraus die benötigten Proteine zusammengesetzt. Man kann sich das wie ein Fließband vorstellen, an dem Autos zusammenmontiert werden. Solange alle Einzelteile vorhanden sind, Räder, Türen, Sitze etc., kann man vollständige Autos bauen. Fehlt auch nur eine einzige kleine Schraube, kommt das Fließband zum Stillstand. In unserem Körper bedeutet das z. B., dass wichtige Enzyme nicht mehr hergestellt werden und damit Stoffwechselvorgänge nicht mehr stattfinden können. Oder dass Zellen nicht mehr regeneriert werden können oder fehlerhaft dupliziert werden. So entstehen nicht nur Falten oder degenerative Alterserscheinungen, mit der Zeit summiert sich das zu Funktionsbeeinträchtigungen und -störungen, Ausfällen und schließlich Erkrankungen.

Anders als bei einer Autoproduktion kommt noch dazu, dass nicht verwendete Aminosäuren-‚Teile’ nicht gelagert und bei einer späteren Produktion wiederverwendet werden können. Wir haben in unserem Körper keinen Aminosäurenspeicher, in dem Bauteile zwischengelagert werden könnten. Fehlt nur eine einzige der essentiellen Aminosäuren, kommt die Proteinsynthese, der Proteinaufbau, zum Erliegen. Alle restlichen Aminosäuren werden dann buchstäblich verbrannt, nämlich in Energie umgewandelt – was grundsätzlich positiv klingt, in unserem Körper aber ähnlich viel Sinn macht wie ein Verbrennen von Autoteilen: Energie bzw. Wärme könnte man viel sinnvoller und kostengünstiger erzeugen, nämlich z. B. durch Verbrennen von Kohlehydraten oder Fett. Wenn wir ein riesiges Lager verbrennen, ist das nicht nur unwirtschaftlich, sondern es entsteht außerdem auch noch jede Menge Müll. Beim Verbrennen von Aminosäuren sind das ‚giftige’ Stickstoffabbauprodukte, die zur Übersäuerung unseres Körpers beitragen, Leber und Nieren belasten, also unser gesamtes Körpersystem beeinträchtigen.

Nahrungsproteine liefern leider immer mehr Abfall als verwertbare Anteile. Bei tierischem Eiweiß liegt das Verhältnis bei bestenfalls 1:1 (wobei die Abbauprodukte extrem belastend sind), bei pflanzlichem Eiweiß sogar bei bestenfalls 5:1. Um unser Autobeispiel noch einmal zu strapazieren: Für jedes fertiggestellte Auto wird also mindestens ein komplettes Auto verbrannt – oder sogar vier. Übrig bleiben riesige Berge von Sondermüll.

loading
×